© 2016 Jonas Maria Ried   

Ich zeichne ein Bild eines Prototyps der Holzbildhauerei. Seine Ideale; das Selbermachen und Bildhauern als Zeichen nicht-entfremdeter Arbeit. Immer auf der Suche nach einem tragenden Naturbegriff. Ein Romantiker der den Rückzug ins private und biedermeierliche Idyll mindestens schätzt.

Durch die Befragung dieses Prototypen entstehen viele Arbeiten. So klopfe ich seit Jahren auf der deutschen Eiche herum um sie weich zu kriegen oder backe Skulpturen um sie genießbar zu machen.

Gerade habe ich Seiten von 100 Bibeln aus dem 19. und 20. Jahrhundert mit Wachs wieder zu einem Holzstamm verarbeitet und eine Skulptur 0 herausgeschnitzt. Die Schöpfungsgeschichte wird auf das Ursprungsmaterial der Bibel reduziert. Der Holzbildhauer tritt als totaler Materialist auf und bündelt 100 sakrale Objekte in einer Skulptur.

 

Ich möchte den behaupteten Prototypen weiterentwickeln, als einen der nicht nur vor der Bibel keinen Halt macht. Ich lasse ihn heraustreten aus dem Privaten und setze ihn der Öffentlichkeit aus. Dabei folge ich meinem Interesse an der Kollision des Erhabenen oder Sakralen mit Profanem. Die Rückführung der Bibeln soll hier einen Anfangspunkt markieren; eine herausgetragene und erweiterte bildhauerische Konsequenz.