L-förmige Erdfläche

 

Eine Rodungsfläche zu Beginn des bewaldeten Wegabschnitts dient Jonas Ried als Ausstellungsraum. In diesem Raum, in dem das Totholz überwiegt, wählt er zwei Baumstümpfe, die zu Fixpunkten seiner Arbeit auserkoren sind. Diese beiden Stümpfe, Teil eines nicht menschlichen angeordneten, sondern ungeplant gewachsenen Systems, macht er zum Ausgangs- und Eckpunkt seiner Arbeit: Im Waldboden wird eine Fläche ausgehoben, in Form eines rechten Winkels. Dieses Winkels, der in der Natur kaum, in den mathematischen Berechnungssystemen und Produkten des Menschen jedoch ständig vorhanden ist. Das Ergebnis ist minimalistische Skulptur: ein angedeuteter, dreidimensionaler Raum. Fundament für weiteres. Eine exakte, menschengemachte Vertiefung, die sich durch den rohen Boden dunkel von der nadelgesäumten Fläche ringsumher abhebt. Unnatürliche Ordnung in der natürlichen Unordnung.

Text: Jan Löchte

© Jonas Maria Ried